Gemeinsam für mehr Barrierefreiheit

Weitere Fortschritte im Modellprojekt „Inklusive Innenstadt“

Die Problemstellen sind erkannt, Lösungsvorschläge erarbeitet, jetzt geht es daran, die konkreten Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit in der Langener Innenstadt zu priorisieren: Beim zweiten Workshop im Rahmen des Modellprojekts „Inklusive Innenstadt“ haben rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus unterschiedlichen Sichtweisen ihre Schwerpunkte gesetzt.

Seit gut einem Jahr ist Langen Förderregion zur modellhaften Erprobung von Maßnahmen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und erhält dafür knapp 300.000 Euro an Zuschüssen vom Hessischen Sozialministerium. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Erarbeitung eines „Handlungskonzepts Inklusive Innenstadt Langen“ mit praktischen Empfehlungen für Teilbereiche der Innenstadt. Gleichzeitig soll dieses Konzept Leitgedanken für künftige Stadtentwicklungsplanung und Stadtplanung formulieren, die auch in anderen Kommunen umgesetzt werden können. Dafür arbeiten die Fachleute der Stadt eng mit der Planersocietät aus Dortmund, dem Langener Ortsverband des Sozialverbandes VdK und dem städtischen Inklusionsbeauftragten Hermann Roth zusammen.

Umfangreichere Baumaßnahmen sind im Projektverlauf nicht vorgesehen, wo aber kleine Verbesserungen ohne großen finanziellen Aufwand umgesetzt werden können, wird gehandelt. Bisherige Beispiele sind die Verlängerung der Grünphase der Ampeln am Bahnhofsvorplatz mitsamt Absenkung der Bordsteine sowie der Einbau von Parkschwellen an den Parkplätzen im südlichen Teil der Rheinstraße. Diese verhindern, dass Autos beim Parken in den schmalen Gehweg hineinragen, wodurch beispielsweise Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren, aber auch Eltern mit Kinderwagen nicht durchkommen. „Das sind zwei Problemstellen, die wir auf unseren beiden Rundgängen gemeinsam mit Betroffenen mit unterschiedlichen Handicaps erkannt und direkt beseitigt haben“, erklärt Sebastian Hauf, städtischer Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, Wirtschaft, Kultur und Sport.

Diese beiden Rundgänge vom Bahnhof über Friedrich- und Bahnstraße bis in die Rheinstraße waren neben der Auftaktveranstaltung, den mittlerweile zwei öffentlichen Workshops sowie einem Koordinierungstreffen der unmittelbaren Projektbeteiligten ein wichtiger Baustein im Prozess. Sie brachten wichtige Erkenntnisse und Lösungsansätze, die jetzt beim zweiten Workshop intensiv diskutiert wurden. Nele Ashölter und Moritz Müller von der Planersocietät stellten diese noch einmal im Detail vor. Im zweiten Teil waren die Teilnehmer dazu aufgerufen, ihre persönliche Bewertung abzugeben und sowohl einen bevorzugten Straßenabschnitt als auch einzelne Maßnahmen zu priorisieren.

„Insgesamt war es aus unserer Sicht ein sehr gelungener und konstruktiver Austausch, aus dem wir wichtige Impulse für den weiteren Projektverlauf mitnehmen konnten“, bilanziert Sebastian Hauf. Die Planersocietät wird die Ergebnisse des Workshops nun auswerten, die Rückmeldungen und Priorisierungen zusammenführen und für den weiteren Prozess aufbereiten.

In der Stadt Langen leben aktuell etwa 6.300 Menschen mit Behinderungen. Weitere Informationen zum Modellprojekt „Inklusive Innenstadt“ gibt es im Internet unter www.langen.de (Bereich Soziales/Familie – Inklusion).

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