100 faire Fußbälle für die Langener SSG

Bürgermeister Jan Werner übergab die Bälle an Jugend-Abteilung

Marco Betz, städtischer Fachdienst Sport und Bäder (von links), und Bürgermeister Jan Werner übergaben 100 Faitrade-Bälle an Oliver Loch, stellvertretender Jugendleiter der SSG, der sich sehr über das Geschenk freute. Foto: Stupp/Stadt Langen

Auf dem Spielfeld dreht sich bei Ballsportsarten alles um Sportsgeist und Fair Play. Die Herstellung der Bälle ist dagegen oft geprägt von schlechten Arbeitsbedingungen für die Arbeiter in diesem Sektor. Deshalb übergab jetzt Langens Bürgermeister Jan Werner der Sport- und Sänger-Gemeinschaft Langen (SSG) für ihre Jugendabteilung 100 Fairtrade-Fußbälle für den Trainings- und Spielbetrieb. Die Bälle im Wert von 2.000 Euro sind in verschiedenen Größen, so dass vor allem die Kleinsten einen Nutzen davon haben.

„Sportarten wie Fußball, Volleyball oder Basketball bringen viele Menschen zusammen. Das ist auch bei uns in Langen so. Daher ist die Wahl eines Fairtrade-Balls auch ein Gewinn für die Arbeiter, die ihn herstellen. Seit 2013 darf sich Langen Fairtrade-Stadt nennen und setzt sich daher aktiv für den fairen Handel ein“, sagte der Rathauschef bei der Übergabe der Bälle.

Denn oft haben die Produktion von Bällen in den Fabriken und Nähzentren in der Dritten Welt und die dortigen Arbeitsbedingungen mit Fairplay nicht viel zu tun: Die Löhne sind so niedrig, dass sie kaum für den Lebensunterhalt der Arbeiter reichen. Zwölf-Stunden-Schichten und Sechs- oder Sieben-Tage-Wochen sind weit verbreitet. Die Arbeiter, die die Bälle zusammennähen, werden in der Regel pro fertige Einheit und nicht pro Stunde bezahlt. Frauen, die einen großen Teil der Beschäftigten in der Branche ausmachen, sind Diskriminierung oder Belästigung ausgesetzt. Die niedrigen Löhne haben auch Einfluss auf den Schulbesuch der Kinder der Arbeiter: Immer wieder kommt es vor, dass Kinder beim Nähen der Bälle mithelfen müssen, statt zur Schule zu gehen. Hinzu kommen schlechte hygienische Bedingungen in den Nähfabriken und der Einsatz gesundheitsgefährdender Stoffe. Fairtrade setzt sich dafür ein, dass sich das ändert. So werden die Preise für die Bälle vom Hersteller so festgesetzt, dass sie menschenwürdige Arbeitsbedingungen ermöglichen. Dazu zählen geregelte Pausenzeiten für die Arbeiter, Arbeitsschutz bei gefährlichen Tätigkeiten, Sozialleistungen wie Krankenversicherung und Rentenprogramme und Löhne, die auch zum Leben reichen.

Einen Ball zu nähen, ist kleinteilige Arbeit: Ein Fußball besteht in der Regel aus 20 sechseckigen und 12 fünfeckigen Feldern, die zunächst zugeschnitten und dann mit 18 Metern Garn und 650 Präzisionsstichen zusammengebunden werden müssen. Etwa 70 Prozent aller handgenähten Sportbälle werden in Fabriken in Pakistan hergestellt, aber auch China, Indien, Thailand und Vietnam sind wichtige Akteure in dieser Branche.

Fairtrade ist überzeugt, dass zu einem fairen Spiel auf dem Spielfeld auch faire Löhne und Arbeitsbedingungen für die Arbeiter gehören, die ihren Lebensunterhalt mit der Herstellung der Bälle verdienen, von denen Fußball und andere Sportarten abhängen. Der Fairtrade-Standard gilt für handgenähte, maschinengenähte und thermisch gebundene Sportbälle. Weitere Informationen zum fairen Handel und zu fairen Sportbällen gibt es im Internet.

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