Weichenstellung für neues Finanzamt

Magistrat empfiehlt Bebauungsplan fürs Behördenzentrum

Das Behördenzentrum mit Rathaus (Mitte hinten), Amtsgericht (vorne) und Finanzamt (Mitte rechts), dazu die Neue Stadthalle (links) und die Sparkasse (rechts oben) bieten den Bürgern kurze Wege und eine gute Erreichbarkeit. Der Magistrat möchte das Gebiet nun mit einem Bebauungsplan vor ungewünschten Veränderungen schützen. Foto: Axel Häsler

Rathaus, Amtsgericht, Finanzamt – das Langener Behördenzentrum ist eine städtebauliche Besonderheit, von der die Bürgerinnen und Bürger durch kurze Wege, eine gute Erreichbarkeit und eine effiziente Anbindung an den ÖPNV profitieren. Ergänzt durch die Kfz-Zulassungsstelle, die Polizeistation und die Agentur für Arbeit (alle im Rathaus ansässig), die Neue Stadthalle mit Hallenbad und Stadtbücherei sowie das Sparkassengebäude finden sich dort viele bedeutende gesellschaftliche Institutionen in unmittelbarer Nachbarschaft. Nicht zuletzt die Ankündigung des Hessischen Ministeriums der Finanzen, die Finanzämter Offenbach und Langen 2030 zusammenzulegen, zeigt nun einen Veränderungsdruck auf das Gebilde. Der Magistrat empfiehlt, darauf mit der Aufstellung eines Bebauungsplans zu reagieren.

Rund 3,44 Hektar groß ist das Gebiet des heutigen Behördenzentrums zwischen Bleichstraße und dem Parkplatz an der Zimmerstraße, zwischen Südlicher Ringstraße und Wolfsgartenstraße beziehungsweise dem Sparkassenareal. Aktuell besteht dort kein Bauplanungsrecht. Somit würden geplante Vorhaben nach Paragraf 34 Baugesetzbuch beurteilt, der die benachbarte Bebauung berücksichtigt. Ziel des Magistrats ist es allerdings, mit einem Bebauungsplan einer etwaigen Umnutzung der Grundstücke beispielsweise für Wohnen konsequent entgegenzuwirken. Gleichzeitig sollen Entwicklungsmöglichkeiten für das Gebiet im Rahmen der Ansiedlung weiterer Behörden aufgezeigt werden.

„Durch Veränderungen der ursprünglichen Eigentümerstruktur, Umstrukturierungen, rückläufige Bedarfe an Büroflächen durch Homeoffice und wirtschaftliche Erwägungen wurde in Anfragen an die Verwaltung deutlich, dass dieses räumliche Konstrukt einem Veränderungsdruck unterliegt“, erläutert Erster Stadtrat Stefan Löbig. „So wurden beispielsweise die Grundstücke des Amtsgerichts und des Finanzamtes vom Land Hessen an eine private Immobiliengesellschaft veräußert.“

„Mit dem Bebauungsplan verfolgen wir das konkrete Planungsziel, den Standort für Einrichtungen der zentralen Verwaltung und Dienstleitungen zu sichern“, sagt Bürgermeister Jan Werner. „Damit wollen wir auch die Voraussetzungen schaffen, um in Langen das künftige gemeinsame Finanzamt für Stadt und Kreis Offenbach realisieren zu können, sollten wir vom Land den Zuschlag bekommen. Gleichzeitig zeigen wir damit die Ernsthaftigkeit unserer Bewerbung.“

Mit dem Bebauungsplan Nr. 63 soll nach dem Wunsch des Magistrats ein sogenanntes Sonstiges Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Gebiet für Einrichtungen der zentralen Verwaltung, Finanzwesen und Dienstleistungen – Dienstleistungs- und Behördenzentrum“ festgesetzt werden. Darüber diskutiert der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr in seiner Sitzung am Mittwoch, 11. Februar, 20 Uhr, im großen Saal des Rathauses. Der Aufstellungsbeschluss soll dann in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 19. Februar, gefasst werden.

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