Abschied von Dieter Pitthan
Langener Ehrenbürger verstarb im Alter von 85 Jahren

18 Jahre bestimmte Dieter Pitthan als Bürgermeister die Geschicke der Stadt Langen mit. Am 1. Juli verstarb der Langener Ehrenbürger, einen Tag nach seinem 85. Geburtstag.
Dieter Pitthan wurde am 30. Juni 1941 in Klingenberg am Main geboren. Nach dem Abitur studierte er an der Universität Würzburg Rechts- und Staatswissenschaften. Als Assistent im Institut für politische Bildung und Öffentlichkeitsarbeit Schliersee und als Mitarbeiter der politischen Redaktion der „Main-Post“ sammelte er erste berufliche Erfahrungen. Anschließend war er als geschäftsführender Vorsitzender im Bezirksverband Würzburg und als Geschäftsführer des Landesverbandes Hessen der Europa-Union tätig. Beim Internationalen Bund für Sozialarbeit übernahm Dieter Pitthan mehrfach Leitungsaufgaben. So war er dort Leiter der Jugendsozialarbeit, der außerschulischen Bildung, der internationalen Arbeit und Mitglied der Geschäftsführung. Darüber hinaus engagierte er sich im Vorstand des Internationalen Bundes und war auch Mitglied des Finanzausschusses. Dieter Pitthan heiratete 1968. Mit seiner Frau Li hatte er einen Sohn. Seit 1973 lebten Pitthans in Langen.
1981 wurde er für die SPD in die Stadtverordnetenversammlung gewählt und war von Oktober 1983 bis zu seiner Wahl zum Ersten Stadtrat 1989 Fraktionsvorsitzender. 1990 wurde der Sozialdemokrat erstmals zum Bürgermeister der Stadt Langen gewählt (damals noch direkt von der Stadtverordnetenversammlung). Nach zwei Wiederwahlen ging er 2008 nach 18-jähriger Amtszeit in den Ruhestand. Er gehörte auch dem Präsidium und mehreren Fachausschüssen des Hessischen Städtetages an.
Während seiner Amtszeit wuchs Langens Bevölkerung um 20 Prozent an. Die Stadt konnte in finanziell guten Jahren die Kinderbetreuung durch den Bau und die Erweiterung von Kindertagesstätten ausbauen. Außerdem erwarb sie die Pittler Berufsausbildung GmbH und verdreifachte deren Ausbildungskapazität. In dieser Zeit wurde Langen an das S-Bahn-Netz angeschlossen und erhielt so eine schnelle Schienenverbindung nach Frankfurt und Darmstadt. Ebenso konnten die Nordumgehung fertiggestellt, die Kommunalen Betriebe gegründet, der Abwasserverband Langen-Egelsbach um die Gemeinde Erzhausen erweitert und die Kläranlage technisch nahezu vollständig erneuert und zu einer der modernsten Anlagen der Region ausgebaut werden. Darüber hinaus schloss die Stadt Langen die Planung der Neuen Stadthalle ab und begann mit ihrem Umbau. Auch das Jugendzentrum und das Begegnungszentrum Haltestelle an der Elisabethenstraße wurden unter Dieter Pitthan eröffnet.
Die Völkerfreundschaft lag dem ehemaligen Bürgermeister besonders am Herzen. Zwei neue Städtepartnerschaften wurden mit Tarsus in der Türkei und Aranda de Duero in Spanien begründet. Am Ende seiner Amtszeit ernannten ihn die Städte Langen, Romorantin-Lanthenay (Frankreich) und Tarsus zum Ehrenbürger.
„Dieter Pitthan hat große Fußspuren hinterlassen hier in der Stadt, insbesondere vor dem Hintergrund, dass er gleich dreimal zum Bürgermeister gewählt wurde“, würdigt Bürgermeister Jan Werner den Verstorbenen. „Er war ein überzeugter Demokrat, der mit Zielstrebigkeit, Weitblick und großem Engagement unsere Stadt vorangebracht hat. Gemeinsam mit seinem damaligen Ersten Stadtrat Klaus-Dieter Schneider stand Dieter Pitthan für politische Konstanz und hat die Stadtverwaltung mit ruhiger Hand geführt. Und er war ein überzeugter Europäer, dem insbesondere die Völkerverständigung am Herzen lag. Für seine großen Verdienste wurde bereits zu seinen Lebzeiten der Hügel hinter der Neuen Stadthalle ,Mount Pitthan‘ benannt. Wir verlieren in Dieter Pitthan einen besonderen Menschen, dem Langen viel zu verdanken hat.“